01.06.2013

Wie fanden Sie "Enthüllungen aus dem Kellerloch"

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Kommentare:

  1. Joseph Kelemen1. Juni 2013 um 12:39

    Ich kann die Produktion "Enthüllungen aus dem Kellerloch" als "sehr gelungen" würdigen. Der Hauptdarsteller Heinz Koch war imstande, die zum Teil ernsten Text-Passagen mit gut ausgewählten Neben-Aktivitäten wie "Abendessen" aufzulockern und der Aufführung eine Dynamik zu geben. Koch hat gut gekocht - ganz schwer verdaulich war die Kost für uns Zuschauer somit nicht.
    Als gut gewählter Partner erwies sich der in Neu-Ulm lebende bekannte russische Bajan-Virtuose Peter Gerter, der das Geschehen mit passenden Stücken begleitete.

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  2. Bei Regenstrom, trotzdem oder gerade deshalb: Klasse, anregend, andenkend, STARK. Danke für den Abend

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  3. Bravo! Wow! Das Theater Neu-Ulm bot gestern Abend 90 Minuten Kunst vom Feinsten. Das von Claudia Riese inszenierte Stück „Enthüllungen aus dem Kellerloch“ von Fjodor Michailowitsch Dostojewski fesselte mich bis zum Schluss. Das Gesamtpaket, das den Theaterbesuchern geboten wurde, war nicht nur stimmig, sondern meiner Ansicht nach genial dargeboten. Benjamin Deutlers Bühnenbild, dieses Kellerloch besticht durch Authentizität.
    Zwei Männer glänzten auf der Bühne. Theatermacher, Schauspieler Heinz Koch und Musiker Peter Gerter, der vorzüglich das Bajan (Chromatisches Knopfakkordeon) beherrscht. Koch zeigte Bühnenpräsenz, die mich total in den Bann zog. Er schlüpfte in die Rolle eines reiferen, zynischen Herrn, einen in die Jahre gekommenen Intellektuellen. „Ich bin ein kranker Mensch. Ich bin ein schlechter Mensch.“, so die ersten Worte zu Beginn des Stücks. Ein alternder Mann philosophiert über seine Boshaftigkeit und u.a. über die Dummheit der Menschen, bezieht das Publikum in seinem Monolog mit ein. Nebenbei schnibbelt er mit einer stoischen Ruhe Zutaten für ein Pfannengericht, das er dann auch während der Aufführung brutzelt. Herrlich! Immer wieder gibt es zwischen den einzelnen Monologen für die Zuhörer Denkpausen, die durch Peter Gerter am Bayan zum Ohrenschmaus werden. „Schwere Kost!“ muss nicht schwer im Magen liegen, wenn sie wunderbar verdaulich präsentiert wird…
    Koch interpretiert Worte, die 1884 verfasst wurden. Allerdings glaubt man sofort, als seien sie gerade erst im Jahre 2013 geschrieben worden. Stellenweise amüsieren diese sehr. Es gibt allerdings auch Formulierungen, die beim Zuhören wie eine Gräte im Halse stecken bleiben und dies ist auch gut so. Dostojewski gilt neben Tolstoj zu den bedeutendsten russischen Schriftsellern und gehört zu den zentralen Vertretern des Realismus innerhalb der russischen Literatur.
    „Enthüllungen aus dem Kellerloch“ von Fjodor Dostojewski im Theater Neu-Ulm“ ist sehenswert und empfehlenswert! „Schwere Kost“ wunderbar verdaulich präsentiert, so mein persönliches Fazit.
    Danke für den tollen Abend!
    Corina Wagner

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    1. Die Theaterleitung bedankt sich für die Mühe, den Abend so ausführlich zu besprechen. Und über den positiven Tenor freuen wir uns - klar ...

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  4. Heinz Kochs mutige Bühneninterpretation des 1864 von Fjodor Dostojewski geschriebenen Romans "Enthüllungen aus dem Kellerloch" (auch übersetzt als "Aufzeichungen aus dem Kellerloch" oder "Aufzeichnungen aus dem Untergrund") am Theater Neu-Ulm ist nichts anderes als das geniale Vollbrett!

    Theatermacher und Schauspieler Heinz Koch selbst sagt: "Der Text ist so aktuell wie nur was, er könnte heute Morgen geschrieben und auf unser Jahrhundert gemünzt sein."

    Eineinhalb Stunden lang monologisiert ein verarmter, einsam gealterter Mann über Sinn und Unsinn des Lebens und der Gesellschaft und demontiert dabei nicht nur sich selbst, sondern jeden Zuschauer einzeln, indem er ausweglos schleichend den Spiegel vorhält.

    Der Einstieg ins Stück fällt anfangs etwas schwer. Musikalisch sorgt Peter Gerter am Bajan gekonnt für entspannende Denkpausen. Nach und nach zieht die Inszenierung von Claudia Riese in Benjamin Deutlers Bühnenbild allerdings derart in den Bann, dass man am Ende schon fast bestürzt bemerkt, dass die 90 Minuten gleich schon vorbei sein sollen. Das Ende erzeugt Gänsehaut. Und lässt den Zuschauer im Regen seiner eigenen Gedankenkreise beinahe ebenso einsam ziehen.

    Es mag Alternativen zu dem übermittelten Weltbild geben, allerdings ist dieses hier so eindrucksvoll detailliert, dass es während des Spiels und auch noch eine Weile danach keine Alternative zu geben scheint.

    "Enthüllungen aus dem Kellerloch" ist schwere Kost und in seiner aktuellen Aufführung eine absolut empfehlenswerte Perle in der Ulm / Neu-Ulmer Kulturszene. Zwei mal zwei ist fünf. In die Fresse!

    Weitere Vorstellungen: 1. Juni und 8. Juni, jeweils 20.00 Uhr im Theater Neu-Ulm. Ausserdem ist das Stück am 7. Juni um 20.15 Uhr bei den 31. Bayerischen Theatertagen in Nürnberg am Schauspielhaus in der BlueBox zu sehen.

    Ursprünglich veröffentlicht am 31. Mai 2013 unter Medienkritik auf dem Kultur-blog von Radio Free FM (Ulm)
    http://bit.ly/11u7Tux


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  5. Jürgen Wolf, 89584, Schillerstr. 6, am 28. September '13
    Nach den begeisterten Zuschriften kann ich eigentlich kaum mehr etwas beisteuern. Der Darsteller fesselte, die jahrzehntelange Unterdrückung von Wut und Zorn wurde sehr gut dargestellt. Ich jedenfalls konnte es nachvollziehen.
    Das Bühnenbild entsprach einem Kellerraum, eigentlich eher Souterrain. Was ich schlecht nachvollziehen konnte, war die Fülle an Erklärungen, die die Hauptperson dem Publikum darbot. Da konnte ich manches nicht zusammenbringen, zumal ich den Stoff nicht kannte, und ich so nachtragend auch nicht bin.
    Verblüfft und amüsiert war ich allerdings über die Zubereitung des Pfannengerichts und neugierig wäre ich über das Weinchen, das dazu getrunken wurde. Es muß dem Herrn Koch, dem Anschein nach, geschmeckt haben.
    Danke sehr für diesen Abend. Jürgen Wolf

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